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Guten Morgen, heute ist der 14.12.2018
Sie befinden sich hier: Unser Fundament / 

Unser Fundament


Der Petershof ist keine singuläre Ausnahmeerscheinung oder beliebiger Sozialdienstleister sondern konsequenter Lebensvollzug der Kirche. Als lebendiges Zeugnis inmitten der Gemeinde lassen sich Fundament und Auftrag wie folgt darstellen:

 

  • Gemeinschaft
    Wir sind gemeinsam auf dem Weg
  • Diakonie
    Wir kümmern uns um unseren Nächsten
  • Zeugnis
    Wir sind von einer Hoffnung erfüllt, die uns trägt
  • Liturgie
    Wir feiern unseren Glauben

 

 

 

W

 

ie du Fröhlichkeit und Lebenskraft schenkst, so bitte ich dich, Herr, laß ebenso Wahrheit aus der Erde erwachsen und Gerechtigkeit vom Himmel herabscheinen. Mit den Hungrigen wollen wir unser Brot teilen, den Obdachlosen in unser Haus einladen, den Nackten bekleiden und die nicht verachten, die unsere Mitmenschen sind. Wenn aus unserer Erde solche Früchte erwachsen, dann ist es gut.

Hl. Augustinus

 

Mit diesen Worten des Hl. Augustinus soll ein wenig deutlich werden, von dem Geist, der uns trägt. Unser Fundament in der Hinwendung zum Nächsten ist Jesus Christus, der Heiland. Wir versuchen, mit all unserer unterschiedlichen Lebensgeschichten, Professionen, Fähigkeiten und Fertigkeiten unser Leben in seine Nachfolge zu stellen, denn "einer trage des anderen Last." (Gal. 6, 2)

 

Dies ist unser Fundament und unsere Hoffnung, die verwurzelt ist in der Katholischen Kirche. Dabei arbeiten wir partnerschaftlich und freundschaftlich mit Menschen zusammen, die - auch aus anderer religiöser oder kultureller Herkunft - bereit sind, am gemeinsamen Ziel, nämlich dem Dienst am Nächsten, mitzuarbeiten.




Petershofer Konsens

Petershofer Konsens

 

 

 

W

enn bei Dir ein Fremder in Eurem Land lebt, sollt Ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei Euch aufhält, soll Euch wie ein Einheimischer gelten, und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst.

Lev. 19, 33

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Art. 1 GG

 

 

Offene Türen

Im Grunde kommen wir als Christen ja an Adam und Eva nicht vorbei. Die Gottesebenbildlichkeit des jeweils Nächsten ist konstitutiv für alles Handeln, denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8). Diese Dimension der Sorge um den Nächsten, der mein Bruder oder meine Schwester ist, hat  konkrete Auswirkungen auf den Zuschnitt des Hauses.  Die Türe muß dann offen sein für jeden, der kommt. Unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe o.ä. Nicht nur im übertragenen Sinn.

 

Flexibilität statt Starrheit

Die Aufgabenstellung ergibt sich aus Erfahrung, Begegnung und Beobachtung der Straße und der Menschen. Sie ergibt sich nicht aus dem, was gerade „hip“ ist oder was gerade gefördert wird. Das kann sich schnell ändern — daher ist immer gut zu gucken, was läuft und was nicht. Flexible Reaktion ist statt starrem Programm zielführend. Neudeutsch heißt das dann: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

 

Reduzierter Erziehungsauftrag

Wir sind nicht als Lehrer angestellt, die ihre jährlich wechselnden Erziehungsziele an unmündigen Kindern ausprobieren dürfen. Uns begegnen Menschen, die ihr Leben, ihre Erfahrung, ihre Werte und ihre Prägung mitbringen. Die darf ich durchaus zunächst als gut und richtig annehmen und kann sie erstmal stehen lassen. Wenn es darum geht, ein konkretes Überleben zu sichern (Lebensmittel, Kleidung medizinische Versorgung usw.), ist es nicht notwendig, daß der Mensch gegenüber vorher zum Preußen wird und besondere Freude für Formulare, Locher und Klarsichthüllen zeigt.                                                            

Ist Zusammenleben auf eine längere Perspektive hin ausgerichtet, muß allerdings eine Verständigung auf einen gesellschaftlichen Grundkonsens erfolgen, dessen Einhaltung (beiderseitig) verbindlich ist. Diesen Grundkonsens bestimmen nicht marodierende Halbgare in sozialen Netzwerken.

 

Partnerschaft statt Bedürftigkeitsgefasel

Manchem fällt es sicher leichter, wenn er sein Gegenüber – im Gegensatz zu sich selber - als „bedürftig“ diskreditieren kann. Die Arbeit kann allerdings nur dann gut gelingen, wenn ich meine eigene Bedürftigkeit ebenso wahrnehme und mit dem Menschen, der zu mir kommt, gemeinsam eine Perspektive entwickeln kann. Heute spricht man gerne davon „auf gleicher Augenhöhe“ zu sein. Jedenfalls muß mir klar sein, daß mich die Begegnung ebenso bereichern und nach vorne bringen kann – und damit auch meine eigene Bedürftigkeit befriedigt. Das hat dann auch etwas mit Menschenwürde zu tun, die ich meinem Gegenüber ebenso wie mir selber zugestehe.

Aus der Partnerschaft beider können sich gute und wirksame Programme entwickeln. Bürokratisch verordnete Maßnahmen und Projekte von kurzer Dauer mit vielen Hochglanzbroschüren helfen nicht immer.

 Die eigene Identität leben

Ein Multi-Kulti-Wischi-Waschi-Verein mit schwammigen Zielen hat noch niemandem nachhaltig geholfen. Eine klare Identität, eine berechenbares Ausrichtung, die aber nicht in Normen und Regeln erstarrt ist, sondern vielmehr in Freiheit unter der Gnade wirkt, ist hier zielführend. Das eigene Fundament  muß stabil und tragfähig sein. Als katholische Einrichtung sind wir auch katholisch; daher auch in aller Offenheit. Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (Mt. 25, 40)

 

Gute Arbeit durch gute Leute

Ein weites Herz ist Grundvoraussetzung, reicht aber alleine für eine gute Arbeit nicht aus. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Bei allem nötigen „gesunden Menschenverstand“ braucht es gut ausgebildete und gut begleitete Helfer. Gleich ob ehren- oder hauptamtlich. Eine gute Vernetzung mit anderen Akteuren und eine gute Rückbindung und Reflexionsmöglichkeit runden professionelles Handeln ab. 



Petershofer Konsens

Petershofer_Konsens.pdf